So verfasst du ein Motivationsschreiben

Was ist ein Motivationsschreiben und wann benötigt man eines? Bewerber, die sich auf folgende Plätze bewerben wollen, müssen häufig ein solches Schreiben verfassen: Studienplatz, Auslandsaufenthalt und Stipendium. Viele Anschreiben bleiben bei solchen Stellen ohne Motivationsschreiben zu blass. Es wird erwartet, dass du deine Motivation und deine Begeisterung für die Stelle zum Ausdruck bringst. Das Motivationsschreiben hat das Ziel, dass du dich bei äußerst beliebten Stellen als besten und motiviertesten Bewerber darstellst. Es taucht nach dem eigentlichen Anschreiben und dem Lebenslauf als dritte Seite der Bewerbung auf und wird deshalb auch als Seite Drei bezeichnet. Du möchtest wissen, wie man ein Motivationsschreiben verfasst und was wichtige Inhalte sind? Mit unseren Tipps helfen wir dir, dein Bewerbungsschreiben für deinen Traumplatz zu vervollständigen.

Motivationsschreiben
Mach dir vor deinem Motivationsschreiben Notizen © Pexels | Pixabay Public Domain

Aufbau des Motivationsschreibens

Bei diesem Schreiben hast du die Wahl einen Fließtext oder eine Aufzählung zu verfassen. Folgende Punkte gehören in beide Arten:

  • Interessen
  • Qualifikationen
  • Kompetenzen (sowohl persönlich als auch beruflich)

Bei einem Fließtext gliederst du das Anschreiben nach diesen Themen. Bei der Aufzählung gestaltest du es ähnlich wie bei deinem tabellarischen Lebenslauf. Wie beim Anschreiben gilt auch hier: Das Schreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang sein. Natürlich kannst du auch Muster für das Motivationsschreiben nutzen, um dir den Aufbau vor dem Schreiben etwas genauer anzusehen. Das Wichtige ist, dass der Aufbau in sich logisch ist. Durch viele Muster im Internet werden mögliche Gestaltungsvarianten demonstriert. Wir haben dir die wichtigen Punkte nochmal zusammengefasst.

Überschrift

Es ist kein Fehler die Überschrift Motivationsschreiben zu verwenden. Beim Lebenslauf tust du dies auch. Wir empfehlen dir aber eine andere zu wählen, welche dich als einen besonderen Bewerber darstellt und das Interesse des Personalers weckt. Versuch es doch mit Fragen oder anderen Formulierungen wie:

  • Warum sollten Sie gerade mich fördern/einstellen?
  • Meine besonderen Kenntnisse und Erfahrungen
  • Das zeichnet mich aus
  • Das sollten Sie über mich wissen
  • ....

So stichst du aus der Masse heraus und der Personaler bemerkt, wie motiviert du bist.

Ansprechpartner

Nach der Überschrift folgt die Anrede des Personalers. Meistens ist dein Ansprechpartner direkt im Stellenangebot aufgeführt. Wenn das nicht der Fall ist, recherchiere auf der Homepage und finde den richtigen Mitarbeiter. Vermeide es, Formulierungen wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu verwenden. Der Personaler erwartet von dir als Bewerber, dass du ihn direkt ansprichst. Außerdem zeigst du auf diese Art, dass du dir Mühe gegeben hast, seine Daten zu finden. Sollte der Ansprechpartner aber weder in der Stellenausschreibung noch auf der Homepage zu finden sein, ist es in Ordnung die allgemeine Anrede zu nutzen.

Einleitung

Was sollte man alles in die Einleitung schreiben? Bei der Einleitung gilt dasselbe Prinzip wie bei der Überschrift: Interesse wecken! „Hiermit bewerbe ich mich“ gehört nicht zu den Einleitungssätzen, die begeistern. Schreibe, weshalb du unbedingt nach deinem Schulabschluss diesen Studienplatz möchtest, im Ausland leben willst oder gefördert werden solltest. Führe das Wichtigste zuerst auf. Dieses Beispiel verdeutlicht, durch die Argumente des Bewerbers, dass er passend für einen Auslandsaufenthalt ist:

  • „Ich möchte einen Auslandsaufenthalt machen, da mich andere Kulturen begeistern und ich gleichzeitig meine Sprachkenntnisse in Spanisch erweitern kann.“

Hauptteil

Was sollte ich als Bewerber alles in den Hauptteil packen? Der Fokus des Hauptteils ist deine persönliche Motivation. Hier stellst du deine besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen dar, die du im Anschreiben nicht so ausführlich aufgeführt hast. Betrachte sie als Kriterium für die Stelle, für die du dich bewirbst und wähle demnach aus, was du dem Personaler mitteilen möchtest.

  • Warum will ich das Stipendium/den Studienplatz/den Auslandsaufenthalt?
  • Welche besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen bringe ich mit?
  • Warum bin ich der passende Bewerber?
  • Welche Inhalte aus der Schule oder aus Praktika kann ich mit einbringen?
  • Strebe ich auch eine Ausbildung in dem Bereich an? (möglich bei einem Auslandsaufenthalt)
  • ...

Gliedere den Inhalt so, dass der Personaler eine gute Übersicht hat. Er stellt sich die Frage, warum ausgerechnet du ausgewählt werden solltest. Jeder Bewerber, der ein Motivationsschreiben verfasst, sollte diese durch sein Schreiben beantworten können. Verwende konkrete Beispiele aus deinem Leben oder baue besondere schulische sowie berufliche Erfahrungen ein. Formulierungen dazu, sollten niemals aus einer Vorlage übernommen werden.

Schluss

Stelle im letzten Satz nochmals deine Begeisterung und Motivation dar. Bleibe dem Personaler in Erinnerung, damit er dich auswählt.

  • „Wie Sie sehen, bin ich für einen Schüleraustausch hochmotiviert und freue mich, Ihnen dies im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen.“

Motivationsschreiben in folgenden Bereichen:

Studienplatz

Warum passt genau dieses Studium zu mir? Diese Frage solltest du als Bewerber beantworten können, wenn du dich zum Beispiel für einen speziellen Studiengang an einer Universität bewirbst. Du kannst die Universität oder Fachhochschule mit dem Abschluss Bachelor oder Master abschließen. Vor allem beim Studium ist deine Motivation gefragt. Du musst eigenständig planen und lernen. Ein duales Studium ist zum Beispiel sehr zeitaufwendig. Ein Tipp: Verwende alle besonderen und wichtigen Kenntnisse sowie Qualifikationen aus deiner bisherigen Ausbildung, die für dieses Studium relevant sind. Du kannst ein bereits absolviertes Praktikum in deine Bewerbung einbauen und dadurch dein Interesse an diesem Studiengang betonen. Führe außerdem deine beruflichen Ziele auf und verdeutliche auf diese Art, was du nach deinem Abschluss anstrebst.

Auslandsaufenthalt

Auch in einer Bewerbung für einen Auslandsaufenthalt musst du den Personaler überzeugen. Im Vergleich zu anderen Bewerbern solltest du vor allem als ehemaliger Schüler hinsichtlich deiner Kulturoffenheit und Sprachbegeisterung herausstechen und aufzählen, weshalb du ins Ausland willst. Du könntest bei einem Schüleraustausch dein Interesse an einem neuen Land und gleichzeitig deine Offenheit gegenüber anderen Personen zeigen, da diese quasi deinen Platz in Deutschland einnimmt. Du hast nämlich, bis auf Praktika und kleine Nebenjobs, noch keine langjährige berufliche Erfahrung, die du verwenden könntest. Beziehe Erfahrungen im Bereich Sprachen und Kulturen mit ein, um deine Neugierde für Fremdes zu unterstreichen. Soziales Engagement ist ein Highlight deiner Bewerbung, das dich weiterbringt. Das zeigt, ähnlich wie ein Praktikum auch, zusätzliches Interesse. Füge deine sozialen Kompetenzen hinzu, um deine Fähigkeit, woanders leben zu können, zu betonen.

Stipendium

Nach deinem Schulabschluss wäre es möglich, dass du ein Stipendium für ein Au-Pair-Jahr in den USA benötigst. Um Fördermittel zu erhalten, musst du dem Institut natürlich deine engagierte Seite präsentieren. Bei einem Motivationsschreiben für ein Stipendium solltest du die Stiftung oder das Unternehmen von deinen besonders guten Schulnoten, persönlichen Qualifikationen und auch Fähigkeiten, den sogenannten „Soft Skills“, überzeugen. Biete gute Argumente für eine Förderung und beweise alles durch deine überragenden Zeugnisse.

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