Wie viel Gehalt bekomme ich in der Ausbildung?

Bei der Wahl, ob du lieber eine Ausbildung oder ein Studium beginnen solltest, spielen viele Faktoren eine Rolle. Ein Kriterium ist zum Beispiel das Gehalt, das viele Jugendliche reizt und aufgrund dessen sie sich für eine Ausbildung entscheiden. Mit einer Ausbildung verdient man sein eigenes Geld und kann selbst bestimmen, wofür man es ausgibt. Die Jungs kaufen sich von ihrem ersten Gehalt vielleicht erst ein neues Handy, einen neuen Laptop oder investieren es in ihr Auto. Bei den Mädels sieht das ein bisschen anders aus. Das erste Gehalt in der Ausbildung geben Mädchen meistens für neue Klamotten, Beauty-Sachen und Schmuck aus. Doch egal, wofür du das Gehalt später ausgibst, möchtest du vielleicht auch erst einmal wissen, wie die Vergütung deines Traumberufes aussieht.

Je nach Ausbildungsberuf kann die Vergütung unterschiedlich hoch ausfallen. Für die Bestimmung deiner Ausbildungsvergütung spielen weitere Faktoren wie zum Beispiel der Wohnort, die Branche, die Größe des Betriebs und gegebenenfalls ein Tarifvertrag eine große Rolle. Selbstverständlich unterscheiden sich Gehälter auch zwischen Bundesländern. Zudem kann dein Gehalt in der Ausbildung zum Beispiel auch zum Teil aus Sachleistungen wie Unterkunft oder Verpflegung bestehen. Das trifft besonders auf Auszubildende zu, die für die Ausbildung in eine andere Stadt ziehen und für die der Betrieb die Miete für die Wohnung übernimmt. Diese Sachleistungen dürfen bis zu 75 % deiner Bruttovergütung ausmachen (§17 Abs. 2 BBiG). Weiterhin kannst du davon ausgehen, dass dir dein Ausbildungsgehalt für den laufenden Kalendermonat allerspätestens am letzten Arbeitstag des Monats ausgezahlt wird (§ 18 BBiG).

West Ost
1. Ausbildungsjahr 799 € 748 €
2. Ausbildungsjahr 875 € 822 €
3. Ausbildungsjahr 966 € 902 €
4. Ausbildungsjahr 998 € 971 €
Durchschnitt 881 € 827 €

Übersicht der Ausbildungsvergütung 2018 (PDF)

Zusätzliche Leistungen des Ausbildungsbetriebes

Auf den kommenden Seiten findest du allgemeine Infos zur Ausbildungsvergütung, wobei du vor allem den Unterschied zwischen deinem Brutto- und Nettoeinkommen kennenlernst. Was du letztendlich während deiner Ausbildung verdienst, können wir dir nicht sagen, allerdings findest du bei uns Informationen zu den Ausbildungsvergütungen für die verschiedenen Berufe.

Für dich als Azubi ist es auch wichtig zu wissen, dass die Ausbildungsvergütung wie auch bei einem normalen Lohn einer Fachkraft steuer- und sozialabgabenpflichtig ist, wenn du den Freibetrag von 9.168 € pro Jahr übersteigst.

Bruttogehalt

Dein Bruttoeinkommen während deiner Ausbildung ergibt sich aus den gesamten gezielten Einkünften. Zu deinen Einkünften zählen deine festgelegte Ausbildungsvergütung, Zulagen, Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Das Bruttoeinkommen stellt das Gehalt dar, das du als Auszubildender vor Abzug von Steuern, Beiträge für Krankenkassen sowie Pflege- und Rentenversicherung erhältst.

Sowohl in deinem Ausbildungsvertrag als auch bei späteren Gehaltsverhandlungen wird immer das Bruttoeinkommen als Basis genommen.

Falls dein Ausbildungsbetrieb nicht tariflich gebunden ist, legen meistens die zuständigen Stellen, wie zum Beispiel die IHK oder die Handwerkskammer die Ausbildungsvergütung fest. Je nach Ausbildungsberuf können unterschiedliche Ausbildungsvergütungen ausgezahlt werden. Generell können wir aber sagen, dass du zum Beispiel in einem handwerklichen Beruf durchschnittlich weniger verdienst als in einem Beruf, der der Industrie und dem Handel zugeordnet ist. Ein Automobilkaufmann im Handwerk verdient zum Beispiel im ersten Ausbildungsjahr rund 621 Euro, wobei der gleiche Beruf in der Industrie und im Handel mit 697 Euro vergütet wird.

Nettogehalt


Die Ausbildungsvergütung, die du jeden Monat auf deinem Bankkonto siehst, ist dein Nettoeinkommen. Fragst du dich jetzt auch, warum zwischen dem Brutto- und Nettoeinkommen ein Unterschied besteht? Das hat vor allem mit der Abgabe von Steuern, Beiträge für die Krankenkassen als auch für die Pflege- und Rentenversicherung zu tun. Von deinem Bruttoeinkommen werden folgende Steuern abgezogen:

  • Lohnsteuer
  • Kirchensteuer
  • Solidaritätsbeitrag

Weiterhin wirken sich auch die Sozialabgaben auf die Höhe deiner Ausbildungsvergütung aus. Damit du weißt, welche Sozialabgaben auf dich zukommen, haben wir hier eine Übersicht für dich erstellt:


Versicherung Beitrag des Arbeitgebers Beitrag des Arbeitnehmers
Rentenversicherung 9,45 % 9,45 %
Krankenversicherung 7,3 % 8,2 %
Arbeitslosenversicherung 1,5 % 1,5 %
Pflegeversicherung 1,025 % 1,025 %
Unfallversicherung 1,6 %

Jedoch brauchst du dir keine Sorgen darum zu machen, ob du die Fristen für die Beiträge einhältst. Sowohl der Arbeitgeber- als auch der Arbeitnehmerbeitrag werden von deinem Ausbildungsbetrieb monatlich an die zuständige Stelle (Krankenkasse) weitergeleitet. Die Krankenkasse wiederum verteilt den Gesamtsozialversicherungsbeitrag auf die einzelnen Versicherungen.

Falls du allerdings nur eine Ausbildungsvergütung von bis 325 Euro von deinem Ausbildungsbetrieb erhältst, übernimmt dein Arbeitgeber die Abgaben. Sofern du keine Steuern oder Sozialabgaben leisten musst, ist dein Bruttoeinkommen gleich dem Nettoeinkommen.

Steigt mein Ausbildungsgehalt?

Auszubildende haben ein niedrigeres Gehalt als Fachkräfte. Das hat damit zu tun, dass du als Azubi ja noch keine vollwertige Arbeitskraft bist, sondern deinen Beruf erst noch erlernen musst. Je nach Beruf beträgt die Ausbildungsdauer zwischen 1,5 und 3,5 Jahren. In dieser Zeit werden dir die Ausbildungsinhalte vermittelt und du lernst alles, was du für deinen späteren Beruf brauchst. Mit jedem Ausbildungsjahr wird auch deine Ausbildungsvergütung angepasst und du bekommst mehr Geld.

Laut dem Berufsbildungsgesetz muss dein Gehalt in der Ausbildung nach der Anzahl deiner Ausbildungsjahre gestaffelt sein. Das heißt konkret, dass du im ersten Ausbildungsjahr zum Beispiel ein Gehalt in Höhe von 550 € bekommst, im zweiten dann bereits schon 650 € verdienst und dein Lohn im dritten Ausbildungsjahr bei 750 € liegt. Mit jedem Jahr lernst du während deiner Ausbildung dazu und eignest dir Wissen sowie Fertigkeiten an. Zudem übernimmst du immer mehr Verantwortung für deinen Arbeitsbereich, was entsprechend honoriert wird.

Nach der abgeschlossenen Ausbildung und der anschließenden Tätigkeit als Fachkraft liegt dein Gehalt natürlich deutlich höher. Auch hier bestimmen Faktoren wie zum Beispiel Branche und Bundesland die Vergütung deines Jobs.

Was ist ein Tarifvertrag in der Ausbildung?

Einige Ausbildungsbetriebe in Deutschland haben einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft vereinbart, der sowohl für die Fachkräfte als auch für Auszubildende gilt. Falls dein Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag hat, dürfen im Ausbildungsvertrag keine niedrigeren Ausbildungsgehälter als die Tarifsätze vereinbart werden. Doch wie findest du heraus, ob dein möglicher Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag hat? Am besten ist es, wenn du diese Frage direkt in deinem Vorstellungsgespräch mit deinem Ausbilder klärst. Es besteht auch die Möglichkeit, dich beim Betriebsrat, bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung oder bei den im Betrieb vorhandenen Gewerkschaftsvertretern zu erkundigen. Im Internet kannst du dich über solche Tarife informieren und herausfinden, wie viel du verdienen wirst.

Folgendes könnte dich auch interessieren


Einstiegsmöglichkeiten bei OBI in Franken - deine Ausbildung

1972 öffnete der erste OBI Markt in Franken, genauer gesagt in Nürnberg Langwasser. In mehr als 40 Jahren Franchise Geschichte betreibt die Fürther Unternehmerfamilie Streng derzeit 15 OBI Märkte in der Metropolregion Nürnberg. Heute ist OBI unbestrittener Marktführer unter den fränkischen Bau- und Heimwerkerstätten und das beste kommt noch, sie suchen Nachwuchs im Bereich Handel und Logistik.

Schichtarbeit - ja oder nein?

Polizisten, Pflegeassistenten und auch Fachkräfte für Schutz und Sicherheit kennen das Schichtsystem nur zu gut: Anders als in anderen Berufen haben sie keinen typischen Nine-to-five-Job mit festen Arbeitszeiten. Ihr Einsatz hängt von der jeweiligen Schicht ab, welche in regelmäßigen Abständen wechselt. Überlegst auch du, eine Ausbildung zu beginnen, in der du Schichtarbeit übernimmst? Damit du einen besseren Einblick in das Thema erhältst, erklären wir dir die Schichtmodelle und führen Pro- und Contra-Aspekte der Schichtarbeit auf. Du hast dich bereits für eine Arbeit mit Wechselschichten entschieden? Auch da halten wir einige Tipps für dich parat.

Dein Start in den Beruf an der Hochschule Darmstadt

Hättest du gedacht, dass du an einer Hochschule nicht nur studieren, sondern auch eine Ausbildung machen kannst? An der Hochschule Darmstadt sorgen 1.300 Fachkräfte dafür, dass der Laden läuft: Sie arbeiten in der Studienorganisation, in Forschungslaboren, der Verwaltung und den Servicebereichen. Welche Ausbildungsberufe du dort erlernen kannst, stellen wir dir heute vor.