AUBI-plus GmbH Dienstag, 26. Februar 2019 6 Minuten Lesezeit

Studieren mit Kind – So meisterst du diese Herausforderung

Du bist schwanger oder hast bereits ein Kind, gleichzeitig war es immer dein Traum, studieren zu gehen? Diesen Traum musst du nicht gleich an den Nagel hängen. Natürlich werden einige Herausforderungen auf dich zukommen, allerdings bist du während deines Studiums zeitlich deutlich flexibler als in einem Arbeitsverhältnis. Weiterhin gibt es viele Stellen, bei denen du Unterstützung bekommst. Wie du dein Studium mit Kind meistern kannst, erfährst du im folgenden Beitrag!

Ein Studium mit Kind ist nicht immer leicht, aber möglich.
Ein Studium mit Kind ist nicht immer leicht, aber möglich.© alphalight1 | Pixabay Public Domain

Rund 7 % aller Studenten in Deutschland haben bereits ein Kind. Darüber, ob dies viel oder wenig ist, wollen wir gar nicht streiten. Fest steht: Ein Studium mit Kind stellt dich vor eine besondere Herausforderung. Du wirst zwischen Bibliothek und KiTa, Schreibtisch und Wickeltisch hin- und herpendeln. Dadurch hast du weniger Zeit zum Lernen und für Hausarbeiten als deine Kommilitonen. Auch mit Praktika oder Auslandserfahrungen wird es vermutlich schwierig, da du während dieser Zeiträume ja auch die Betreuung deines Nachwuchses gewährleisten musst. Auch muss dir klar sein, dass du durch die Doppelbelastung Studium und Familie wahrscheinlich nicht auch noch zusätzlich arbeiten gehen kannst, um ein eigenes Einkommen zu haben - du wirst also auf finanzielle Hilfe angewiesen sein. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Unterstützungsangebote, auf die du zurückgreifen kannst. Und es kann sogar Vorteile haben, während des Studiums eine Familie zu gründen. 


Welche Vorteile hat es, ein Studium mit Kind zu absolvieren?

Auch wenn du es kaum glauben kannst: Es gibt viele Aspekte, die für ein Studium mit Kind sprechen! Oft entscheiden sich junge Frauen sogar bewusst dafür, dass die Studienzeit der richtige Zeitpunkt für ihre Familienplanung ist.

Mehr Flexibilität: Anders als in einem normalen Job kannst du deine „Arbeitszeit“ größtenteils selbst bestimmen, indem du deinen Stundenplan so legst, wie es für dich passt. Wenn dein Kind mal krank ist, musst du nicht direkt zum Arzt und deinen Chef informieren, sondern kannst die Skripte einfach zu Hause durcharbeiten. Bei Bedarf kannst du auch ein Urlaubssemester einlegen und anschließend dein Studium fortsetzen. In jedem Fall sollte dir bewusst sein, dass du wahrscheinlich länger brauchen wirst als deine Kommilitonen und als die Regelstudienzeit vorsieht. Gut zu wissen: Für Schwangerschaft und Kindererziehung gibt es eine Sonderregelung, so dass du länger BAföG bekommen kannst.

Kinderbetreuung: Häufig haben Hochschulen eine eigene Krippe oder KiTa, bei der du weniger oder keine Gebühren bezahlen musst. Außerdem: Wenn du deine Kinder während des Studiums bekommst, ist dein Nachwuchs beim Einstieg in den Beruf nicht mehr ganz so klein. Das wissen viele Arbeitgeber zu schätzen, denn gerade in den ersten Lebensjahren sind kleine Kinder regelmäßig krank, so dass die Mütter zu Hause bleiben müssen und nicht zur Arbeit gehen können.

Mit persönlichen Kompetenzen im Job überzeugen: Wenn du dein Studium mit Kind absolvieren möchtest oder dich dafür entscheidest, den Nachwuchs während des Studiums zu bekommen, solltest du schon ein gewisses Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen mitbringen. Die Zeit wird nicht immer einfach, aber wenn du es schaffst, Uni und Familie unter einen Hut zu bringen, kannst du nach dem Studium voll in deine Karriere einsteigen! Bei vielen Arbeitgebern kommt es sogar gut an, wenn deine Kinder schon aus dem Gröbsten raus sind. Außerdem hast du bereits bewiesen, dass du über Belastbarkeit und Organisationstalent verfügst – diese Eigenschaften sind wichtige Soft Skills, die im Job ebenfalls gefragt sind. 

 


Wo bekomme ich Unterstützung während des Studiums?

Im Studium gibt es zahlreiche Entlastungen und Förderungen für (werdende) Eltern.

Hilfe an der Uni:

An Hochschulen gibt es oft Beratungsstellen für Schwangere oder Studierende mit Kindern. Dort kannst du klären, ob und wann es staatliche Unterstützung wie Arbeitslosengeld, Wohngeld, Mutterschaftsgeld oder Sozialgeld für dich und das Kind gibt. Weiterhin kannst du hier in Erfahrung bringen, was es für Betreuungsangebote in der Nähe oder direkt an der Hochschule gibt.

In der Beratung kannst du auch mit Experten dein Studium organisieren. Wann solltest du ein Urlaubssemester nehmen? Welche Veranstaltungen solltest du in welchem Semester besuchen und welche kannst du ggf. etwas nach hinten verschieben? Welche Freiräume hast du als Mutter in der Uni? Gibt es ggf. eine separate Kinderbetreuung in der Bibliothek?

Weitere Anlaufstellen direkt an der Hochschule sind zum Beispiel:

  • Gleichstellungsbeauftragte
  • Zentrale Studienberatung
  • Studierendenwerk


Finanzielle Unterstützung:

Welche Form der finanziellen Hilfe für dich infrage kommt, hängt von deiner persönlichen Lebenssituation ab. Wohnst du allein oder noch bei deinen Eltern? Hast du einen Partner, der bereits voll verdient? Für jegliche Art der finanziellen Unterstützung musst du die entsprechenden Anträge ausfüllen. Denkbar ist beispielsweise:

  • Elterngeld
  • Kindergeld
  • Wohngeld
  • Betreuungsgeld
  • Kinderzuschlag
  • Mutterschaftsgeld
  • Unterhaltsvorschuss
  • BAföG
  • Arbeitslosengeld

Welche Förderungen du beantragen kannst, erfährst du in der Beratungsstelle der Uni oder beim Arbeitsamt. Zusätzliche Hilfsangebote für (werdende) Eltern liefern dir weitere wichtige Informationen.


Betreuungsangebote:

Viele Hochschulen haben eigene KiTas, die du relativ günstig oder kostenfrei nutzen kannst. Diese Einrichtungen haben oft auch erweiterte Öffnungszeiten, sodass die Kinderbetreuung dort z. B. auch während der Prüfungszeit am Wochenende gesichert ist. So kannst du die Zeit effektiv zum Lernen nutzen. Wenn deine Hochschule eine solche Einrichtung nicht hat, es aber eine KiTa an einer anderen Hochschule gibt, kannst du auch bei diesen anfragen, ob es dort freie Plätze gibt.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Tagesmutter. Diese werden für studierende Eltern teilweise auch durch das Jugendamt bezuschusst. Dazu musst du einen entsprechenden Antrag stellen. Der Vorteil einer Tagesmutter ist der bessere Betreuungsschlüssel, was gerade bei kleinen Kindern hilfreich ist. Normalerweise kannst du dein Baby ab einem Alter von einem Jahr zu einer Tagesmutter geben. Teilweise ist auch die Betreuung ab der Geburt möglich. Von ein bis meist drei Jahren kannst du dein Kleinkind in eine Krippe in Obhut geben. Anschließend (ab ca. zwei oder drei Jahren) kann dein Kind bis zur Einschulung in den Kindergarten gehen. So kannst du sicher sein, dass dein Nachwuchs gut versorgt ist und dir wird die Vereinbarkeit von Uni und deinem eigenen Kind erleichtert.


Psychologische Unterstützung:

Du bist ungeplant schwanger und plötzlich steht deine Welt Kopf? Du hast Zukunftsängste? Die Erziehung deines Kindes bereitet dir Schwierigkeiten? Du bist alleinerziehend? Oder du hast Probleme mit deinem Partner? Wenn es dir auch so geht, ist es ganz wichtig, dass du dir Hilfe suchst. Psychologische Beratungsangebote gibt es häufig an der Uni oder beim Studierendenwerk für geringe Gebühren! Rund ¼ der Studenten haben übrigens mit psychischen Problemen zu kämpfen. In vielen Fällen sind es Leistungsdruck, Prüfungsstress und Prüfungsangst, die zu Selbstzweifeln oder sogar Depressionen führen können. Aber auch die Doppelbelastung Studium und Kind oder familiäre Konflikte können einem schwer auf der Seele lasten. Es ist also kein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt deine Stärke, dass du dich mit deinen Problemen und deiner aktuellen Situation auseinandersetzt. Das kann nur von Vorteil sein - für dich und deine Familie.


Wie du siehst, gibt es viele Gründe für die Familienplanung während des Studiums. Weiterhin erhältst du an zahlreichen Stellen Unterstützung, wenn du mal nicht weiterweißt! Es lohnt sich, deinen Weg zu gehen und dein Studium durchzuziehen, auch wenn es nicht immer leicht sein wird.

Quellen:

  1. www.studieren-mit-kind.org (abgerufen am 13.2.2019)
  2. studieren.de (abgerufen am 13.2.2019)
  3. www.studierenplus.de (abgerufen am 13.2.2019)