Arbeitstage

Als Jugendlicher unter 18 darfst du von Montag bis Samstag arbeiten. Ein jugendlicher Lehrling hat dazu auch noch das Recht auf zwei aufeinanderfolgende freie Tage, wie zum Beispiel Samstag und Sonntag oder Sonntag und Montag.

Arbeitszeit

Laut Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz ist für Lehrlinge unter 18 Jahren eine tägliche Arbeitszeit von bis zu acht Stunden (wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden) vorgesehen. Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass du länger im Betrieb bleiben musst, weil sehr viel Arbeit anfällt. Du solltest aber wissen, dass eine Verlängerung nur bis zu neun Stunden täglich und eine wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 45 Stunden in der Woche erlaubt ist. Dies ist nur dann zulässig, wenn innerhalb eines mehrwöchigen Durchrechnungszeitraums die Wochenarbeitszeit im Durchschnitt 40 Stunden nicht übersteigt und der Kollektivvertrag eine solche Durchrechnung zulässt. Die Mehrarbeitszeit darfst du absetzen, also beispielsweise eine längere Wochenfreizeit nehmen.

Fällt durch die Verbindung mit einem Feiertag ein ganz normaler Werktag für dich aus, so musst du die Arbeitszeit nachholen. Diese wird bei Lehrlingen auf die übrigen Werktage von höchstens sieben Wochen verteilt.

Ausnahmenfür die Arbeitszeit gelten beispielsweise für Lehrlinge im Gastgewerbe. Kollektivverträge lassen hier andere Regelungen zu. In Berufen, in denen ein besonderer Vertrag verankert ist, müssen Lehrlinge auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Dafür haben sie dann aber jeden zweiten Sonntag frei. Wie du merkst, darf manchmal von normalen Arbeitszeiten abgewichen werden. Wenn du 16 oder älter bist, darfst du beispielsweise bis 23 Uhr im Gastgewerbe arbeiten. Als Bäckerlehrling ab 15 Jahren ist sogar eine Arbeitszeit ab vier Uhr morgens zulässig. Falls du tatsächlich regelmäßig vor sechs Uhr deine Arbeit aufnimmst, musst du dich jährlich einer Jugendlichenuntersuchung stellen, in der dein Arzt deine Gesundheit überprüfen kann.

Ruhezeiten und Arbeitsverbote

Eine Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen sowie Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr sind für Jugendliche (die beispielweise nicht im Gastgewerbe arbeiten) verboten. Außerdem ist es Gesetz, dass eine Nachtruhe von mindestens zwölf Stunden zwischen zwei Arbeitstagen gegeben sein muss. Jugendlichen unter 15 Jahren muss sogar eine Ruhezeit von mindestens 14 Stunden gewährt werden.

Pausen

Wenn du nicht volljährig bist, hast du nach viereinhalb Stunden Arbeitszeit das Recht auf mindestens eine halbe Stunde Pause, welche du auch nach spätestens sechs Stunden nutzen sollst. Ausnahmen hinsichtlich der Arbeitszeit treten aber auch in diesem Fall in anderen Branchen auf.

Überstunden

Schon gewusst? Wenn du unter 16 Jahre alt bist, darfst du keine Überstunden leisten, das ist laut Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz verboten. Zwischen 16 und 18 Jahren ist das nur in Ausnahmefällen möglich. Die Mehrarbeit kannst du dann in der Lehre zeitlich abfeiern oder sie wird dir mit einem Zuschlag von 50 Prozent extra bezahlt. In einigen Kollektivverträgen sind sogar noch höhere Zuschläge für Überstunden in der Nacharbeit und an Sonn- und Feiertagen festgehalten.

Ausnahmen gelten für Jugendliche über 16 Jahren. Sie dürfen für Vor- und Abschlussarbeiten Überstunden ansammeln, für die täglich höchstens eine halbe Stunde zulässig ist. Bedenke dabei, dass die tägliche Arbeitszeit auf keinen Fall neuneinhalb Stunden überschreiten darf und in einer Woche nicht mehr als drei Stunden Mehrarbeit vorliegen dürfen. Doch was sind eigentlich Vor- und Abschlussarbeiten? Wir verraten es dir: Reinigung und Instandhaltung oder die abschließende Kundenberatung sowie Aufräumarbeiten in einem Lehrbetrieb.

Anrechnung von Berufsschulzeiten

Die Zeit, die du in der Berufsschule oder bei Prüfungen verbringst, muss auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Die Berufsschulzeit ist in deinem Lehrvertrag festgehalten. Wenn du dich fragst, was alles zur Unterrichtszeit zählt, können wir dich aufklären. Als Unterrichtszeit gelten in erster Linie natürlich die Unterrichtsstunden. Außerdem zählen Pausen (Ausnahme bildet die Mittagspause), Freigegenstände und unverbindliche Übungen bis maximal zwei Unterrichtsstunden pro Woche, Förderunterricht und Schulveranstaltungen auch dazu.

  • Lehrgangsberufsschule: Während der sogenannten Lehrgangsberufsschule darfst du nicht im Betrieb tätig sein. Wenn sie länger als 40 Stunden pro Woche dauert, kannst du die geleisteten Überstunden leider nicht ausgleichen. Wenn der Unterricht in der Lehrgangsberufsschule an bis zu zwei Tagen verfällt, musst du die Arbeitszeit im Betrieb ausgleichen, falls dein Anfahrtsweg nicht zu lang ist und sich die Anreise „lohnt“. Bei einem Ausfall von mehr als drei Tagen besteht Arbeitspflicht.
  • Jahresberufsschule: Bei den Jahresberufsschulen gilt für Lehrlinge eine ähnliche Regelung. Wenn du acht Stunden beschäftigt bist, besteht Arbeitspflicht. Bei einer Dauer von weniger als acht Stunden musst du im Betrieb arbeiten, wenn die Arbeitszeit durch den Weg nicht überschritten wird. Die gleiche Regelung gilt, wenn Unterrichtsstunden in der Jahresberufsschule entfallen.

Rechtsgrundlagen

Alle wichtigen Informationen kannst du im Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz (KJBG) detailliert nachlesen.

Folgendes könnte dich auch interessieren


Was macht man mit einem abgeschlossenen Philosophie-Studium?

Du studierst Philosophie oder interessierst dich für ein Bachelor- oder Masterstudium in diesem Bereich doch weißt nicht so genau, in was für Berufen du mit einem abgeschlossenen Philosophie-Studium arbeiten kannst? Dann lies dir den folgenden Beitrag aufmerksam durch, denn dort haben wir die Antworten auf diese und weitere Fragen zusammengestellt.

Beeinflusst Fernsehen unsere Berufswahl?

Fernsehen ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Egal ob Serien, Filme oder YouTube Videos, du schaust sie, um kurz abzuschalten, den Stress hinter dir zu lassen oder weil du gerade einfach nichts zu tun hast. Aber hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob Filme oder Serien Einfluss auf deine Berufswahl haben? Wir zeigen dir, wie sich Fernsehen auf deine Berufswahl auswirken kann.

Motivationstipps für die kalte Jahreszeit

Im Sommer haben deine Freunde dich um deinen Job beneidet. Du bist schön braun geworden und konntest die Sonne genießen, während deine Freunde im Büro geschwitzt haben. Doch jetzt beneidest du die, die ihren Arbeitsplatz im warmen Büro haben, während du in der Kälte und Dunkelheit arbeitest? Das muss nicht sein! Motiviere dich selbst, auch bei nicht so gutem Wetter, mit Freude zur Arbeit zu gehen. Wir haben dir Tipps zusammengestellt, wie du auch im Winter gerne draußen deine Arbeit erledigst.

Nach oben