Generell ist es für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen kein Problem, eine Anstellung im Ausland zu finden. Im Rahmen der Bologna-Reform wurden die deutschen Universitäts- und Fachhochschulabschlüsse dem europäischen Standard angepasst. Dementsprechend ist es mit einem akademischen Abschluss jetzt gar kein Problem mehr, sich im europäischen Ausland zu bewerben.


Umsetzung teilweise gelungen

Die Bologna-Reform wurde 1999 von Vertretern 30 verschiedener Staaten in Bologna unterzeichnet. Heute, 20 Jahre später, zeigt sich, dass die Reform zwar in Teilen erfolgreich war, es aber immer noch Probleme gibt. Beispielsweise ist es für Mediziner schwierig, das praktische Jahr überall anerkennen zu lassen - die Gesundheitssysteme sind in den verschiedenen Ländern einfach zu unterschiedlich. Die deutsche Handwerksausbildung war von der Bologna-Reform nicht betroffen. Sie hat international einen sehr guten Ruf. Wer mit einer handwerklichen Ausbildung ins Ausland gehen will, sollte sich bezüglich des jeweiligen Landes kundig machen: Wie genau wird in diesem handwerklichen Beruf im Zielland ausgebildet? Und wie sieht die Bezahlung aus?


Sprachlich auf das Ausland vorbereiten

In Deutschland gehört zwar Englisch zur normalen Schulausbildung dazu, aber vermittelt werden meist nur allgemeine Sprachkenntnisse. Für den Alltag und für Reisende reichen diese Sprachkenntnisse aus. Wer aber im Ausland beruflich unterwegs ist, muss die mit dem Beruf verbundene Fachsprache beherrschen.

Kurse an der Volkshochschule oder mit einem Privatlehrer können eine gute Option sein. Wer sich die Zeit lieber selbst einteilen will oder zu hohe Kosten befürchtet, findet über Online-Lernprogramme wie Babbel schnell wieder Zugang zur Sprache. Selbst für routinierte Englischsprecher bietet die App passende Übungen, denn die Sprachkenntnis wird zu Beginn abgefragt und der Lernprozess entsprechend angepasst. Die Aufgaben orientieren sich an alltäglichen Situationen, sodass du Gelerntes direkt anwenden kannst und auch auf Dauer die Motivation nicht verlierst.

Sind deine Auslandspläne schon etwas konkreter, ist es hilfreich, deine Sprachkenntnisse zertifizieren zu lassen und den Nachweis der Bewerbung beizulegen. Für Englisch ist meist ein Zertifikat wie TOEFL oder TOEIC gefordert. Für Französisch gibt es den DELF.


Abschluss anerkennen und Dokumente übersetzen lassen

Um tatsächlich eine Bewerbung für Studium und/oder Berufsausübung im Ausland zusammenzustellen, solltest du zuerst einmal versuchen, deinen Abschluss oder deine Ausbildung im betreffenden Land anerkennen zu lassen. Wie das genau geht, darüber informiert die Europäische Kommission in einem umfangreichen Ratgeber. Ausbildungsnachweise und andere wichtige Dokumente müssen außerdem in die Landessprache übersetzt werden. Akzeptiert werden nur beglaubigte Übersetzungen: Die werden von einem anerkannten Übersetzer angefertigt, sind mit einem entsprechenden Siegel oder Stempel versehen und oft nicht ganz kostengünstig. In Europa dürfen Behörden keine beglaubigten Übersetzungen von Ausbildungsnachweisen im gesundheitlichen Bereich verlangen und Ausweise sind ebenfalls ausgenommen.


Fazit: Berufliche Möglichkeiten im Ausland sind je nach Branche gut

Bereite dich vor, bevor du dich im Ausland bewirbst. Dazu gehört mehr als die erwähnte Übersetzung deiner Papiere und der Sprachkurs. Besonders wichtig ist, dass du dich ausführlich mit der Kultur deines Ziellandes auseinandersetzt. Und natürlich mit den Arbeitsbedingungen: Möglicherweise ist das Gehalt höher oder niedriger als in Deutschland. Setze dein Einkommen immer in Relation zu den Lebenshaltungskosten. Denn die sind im Ausland auch anders.

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