AUBI-plus: Erst einmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für uns nehmt, den Beruf Prozesstechniker vorzustellen. Wie heißt ihr und in welchem Lehrjahr seid ihr?

Rayan: Ich bin Rayan, Prozesstechnikerin, Ende zweites Lehrjahr.

Sabrina: Ich bin Sabrina, lerne Prozesstechnik und bin im ersten Lehrjahr.

Emre: Mein Name ist Emre, ich lerne im 4. Lehrjahr Prozesstechnik.

AUBI-plus: Warum habt ihr euch für den Beruf entschieden? Wie seid ihr auf die Prozesstechnik-Lehre gekommen?

Rayan: Nach dem Hauptschulabschluss wollte ich unbedingt einen technischen Lehrberuf erlernen. Ich dachte zuerst an Maschinenbau und bin dann für ein paar Tage zu Swarovski zum Schnuppern. Dort habe ich dann die ganze Vielfalt des Lehrberufs Prozesstechnik kennengelernt, vom technischen Zeichnen über Elektronik, Pneumatik, Steuerungstechnik bis hin zum Handschleifen, dass ich mich kurzerhand entschied Prozesstechnik zu lernen. Und ich bin nach wie vor begeistert!

Sabrina: Eigentlich bin ich schon von klein auf zu Hause mit Handwerklichem in Verbindung gekommen und das hat mir auch immer Spaß gemacht. Ich habe dann angefangen im Internet nach technischen Lehrstellen zu suchen und bin auf Swarovski gestoßen. Welcher Lehrberuf es sein wird, wusste ich noch nicht. Deshalb bin ich erst einmal zum Schnuppern. Danach hatte ich einen klaren Favoriten, nämlich Prozesstechnik.

Emre: Ich habe die HTL abgebrochen und wollte nach der Schule trotzdem einen technischen Lehrberuf lernen. Als ich zum Schnuppern zu Swarovski kam und die Vielfalt des Lehrberufs sah, wollte ich unbedingt statt ursprünglich Maschinenbau Prozesstechniker lernen.

AUBI-plus: Was ist das Außergewöhnliche an dem Beruf?

Emre: Für mich war der Key Point, dass Prozesstechnik ein Lehrberuf ist, bei dem Maschinenbau und Steuerungstechnik involviert sind. Das verschafft Flexibilität was die Zukunft als Facharbeiter angeht, aber auch große Bewegungsfreiheit bezüglich der eigenen Karriere.  

AUBI-plus: Welche persönlichen Eigenschaften sind in diesem Beruf ein Muss?

Emre: Technisches Interesse, logisches Denken und einen gewissen Hausverstand bezogen auf Technik. Auch Eigeninitiative und Motivation, denn du musst dich bzw. Ideen einbringen, um Prozesse aufrecht erhalten zu können.

Sabrina: Man sollte flexibel sein, weil man in verschiedenen Bereichen arbeitet.

AUBI-plus: Welche Aufgaben machen euch am meisten Spaß?

Sabrina: In der Lehrwerkstätte macht mir eigentlich alles Spaß. Man hat immer wieder andere Sachen zu tun. Ich habe große Freude an dieser Abwechslung! Man erlebt den ganzen Prozess der Kristallentstehung, vom Rohling, also der einfachen milchig-trüben Glaskugel, bis hin zum geschliffenen, funkelnden Kristall.

Rayan: Mir gefällt das Drehen. Man erhält ein Metallstück und einen Plan und muss daraus dann ein Stück fertigen. Steuerungstechnik und Pneumatik finde ich auch sehr spannend. Man erhält eine Aufgabe, muss einen Plan machen. Wenn etwas nicht funktioniert, begibt man sich auf Fehlersuche.

AUBI-plus: Weshalb würdet ihr den Beruf auch anderen empfehlen?

Emre: Wenn jemand einen zukunftsorientierten Ausbildungsplatz sucht und die Sicherheit haben möchte, dass er in seinem Arbeitsfeld länger tätig bleiben kann, dann würde ich demjenigen auf jeden Fall den Beruf des Prozesstechnikers empfehlen. Die Welt wandelt sich immer mehr und mehr hin zur Automatisierung und dafür ist der Prozesstechniker wie geschaffen, weil er die Kompetenzen aus Maschinenbau und Steuerungstechnik mitbringt.

Rayan: Ich empfehle allen diesen Lehrberuf, die technisch interessiert sowie flexibel sind und nicht immer die gleichen Sachen machen wollen.

AUBI-plus: Was ist das Besondere an der Lehre bei Swarovski?

Rayan: Die Ausbildner begegnen einem auf Augenhöhe und sind immer hilfsbereit, egal ob es sich um Privates oder Berufliches handelt - sie sind immer für einen da. Außerdem bekommen wir Vieles gratis, wie z. B. das Jahresticket, den Werksbus, das Essen in den Kantinen oder die Arbeitskleidung. Außerdem hat man nach der Lehre gute Möglichkeiten, eine Festanstellung zu erhalten und Weiterbildungen zu absolvieren.

Emre: Die Vielfältigkeit, das soziale Miteinander, die Ausbildner, die auf die Interessen der Lehrlinge eingehen, und zahlreiche Unterstützungen, wie die Lehre mit Matura. Und natürlich ganz wichtig: die Berufsschule im Haus. Das Lernen lässt sich so viel einfacher gestalten. Wir haben einmal pro Woche Unterricht, wohingegen andere meist Blockunterricht haben und sich dort geballt in 3 Monaten alles Wissen aneignen müssen. Mit dem Wochen-System kann man sich besser einteilen, wann man lernt, und hat auch viel mehr Zeit zum Lernen.

Vielen Dank für das Interview!

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