Motivationsschreiben

Eigentlich besteht eine vollständige Bewerbung aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen. Doch bei manch einer Bewerbung verlangen die Unternehmen ein zusätzliches Dokument: Das Motivationsschreiben. Häufig nennt man es auch Erklärungsseite oder Dritte Seite. Doch warum wollen manche Unternehmen ein Motivationsschreiben erhalten?

Das Motivationsschreiben wird häufig im Zusammenhang mit der Vergabe von Stipendien oder bei der Vergabe von begrenzten Studienplätzen angefordert. Es dient (neben dem Anschreiben) deiner Selbstpräsentation und einer ausführlichen Darstellung deiner Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen. Das Motivationsschreiben gibt dir eine weitere Möglichkeit, besondere Stationen in deinem Lebenslauf zu erläutern und deine Motivation für den Beruf genauer darzulegen.

Im Gegensatz zu deinem Anschreiben brauchst du keine Gestaltungsrichtlinien, wie die DIN-Norm 5008, einzuhalten und kannst deiner Kreativität somit freien Lauf lassen. Natürlich sollte sich diese immer noch in einem gewissen Rahmen befinden.


Motivationsschreiben für einen Studienplatz

Vor allem private Hochschulen nutzen das Motivationsschreiben, um geeignete Studierende über das Auswahlverfahren zu finden. Dabei spielen neben der Motivation des Studierenden auch Arbeitsproben eine immer wichtigere Rolle. Neben deinem Notendurchschnitt (NC) kannst du den Verantwortlichen beweisen, was dich ausmacht und warum du der richtige Studierende bist.


Motivationsschreiben für einen Auslandsaufenthalt

Immer mehr Studierende möchten die Chance nutzen, bereits während des Studiums Auslandserfahrungen zu sammeln. Keine schlechte Idee, denn auch so können sie sich im späteren Bewerbungsverfahren von den Mitbewerbern abheben. Für die Bewerbung um einen Auslandsaufenthalt während der Studienzeit ist das Motivationsschreiben ebenfalls ein beliebtes Dokument und wird häufig vorausgesetzt.


Motivationsschreiben für ein Stipendium

Eine Bewerbung für ein Stipendium richtet sich meistens an eine Stiftung, wie zum Beispiel „Stiftung der deutschen Wirtschaft“, „Friedrich-Ebert-Stiftung“ oder „Heinrich-Böll-Stiftung“. Im Vorfeld solltest du dir unbedingt Gedanken machen, was du der Stiftung bieten kannst. Viele Stiftungen haben bestimmte Programme, die du mit deinen Ideen unterstützen kannst. Formuliere deine Vorschläge im Motivationsschreiben und gib am besten direkt an, wie du diese in die Stiftung einbringen könntest. Zeige den Verantwortlichen der Stiftung, dass du Verantwortung übernehmen kannst und eigeninitiativ handelst.


Aufbau eines Motivationsschreibens

Wie beim Anschreiben sollte das Motivationsschreiben bestenfalls eine Seite, maximal aber zwei Seiten lang sein. Denke immer daran, dass der Personaler mehrere Bewerbungsmappen auf seinem Schreibtisch liegen hat, die er sichten und beurteilen muss. Auch für die dritte Seite gilt es, eine gute Übersicht zu erstellen und deine Argumente strukturiert zu formulieren. Verwende bei deinem Motivationsschreiben dieselbe Schriftart und -größe wie in deinen restlichen Bewerbungsunterlagen. Wir haben für dich einen groben Aufbau für dein Motivationsschreiben zusammengestellt:


Überschrift

Damit der Personaler genau weiß, dass es sich bei dem Dokument um ein Motivationsschreiben handelt, solltest du eine Überschrift wie zum Beispiel „Zu meiner Person“, „Was Sie über mich wissen sollten“, „Meine besonderen Talente und Erfahrungen“ oder „Über mich“ aufführen. Natürlich hast du auch die Möglichkeit, den Personaler direkt anzusprechen, indem du ihm eine Frage stellst:


Ansprechpartner

Im Motivationsschreiben kannst du den Personaler direkt ansprechen. Mache nicht den Fehler und schreibe „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern formuliere die Anrede immer persönlich.


Einleitung

Das Erste, was der Personaler liest, ist dein Einleitungssatz. Deshalb solltest du die Aufmerksamkeit des Lesers hier direkt auf dein Motivationsschreiben lenken und ihn dazu antreiben, auch den Rest zu lesen. Vermeide allgemeine Floskeln, die du wahrscheinlich schon häufiger auf verschiedenen Internetseiten oder in Büchern gelesen hast. Dazu zählen zum Beispiel Formulierungen wie „ich interessiere mich...“ oder „mit großer Freude habe ich...“.


Hauptteil

Im Hauptteil des Motivationsschreibens gehst du konkret auf Stationen ein, die im Anschreiben oder Lebenslauf zu kurz gekommen sind. Nutze das Motivationsschreiben, um deine persönlichen Werte und dein soziales Engagement hervorzuheben.

Falls du einen persönlichen Erfolg in deinem Leben hattest, kannst du diesen in deinem Motivationsschreiben näher erläutern. Dabei kannst du auf die Eigenschaften und Soft Skills eingehen, mit denen du es zum Erfolg geschafft hast und welche Auswirkungen der Erfolg bei dir selbst, aber auch beruflich ausgelöst hat.

Für eine Bewerbung um ein Stipendium kannst du als grobe Richtschnur auf folgende Fragen in deinem Motivationsschreiben eingehen:


Schluss

Wie im Anschreiben forderst du den Personaler zu guter Letzt zu einer Einladung zum Bewerbungsgespräch auf. Konjunktive, wie „würde“, „hätte“ oder „könnte“ signalisieren Unsicherheit und sollten im Schlussteil daher nicht von dir verwendet werden. Formuliere deine Sätze immer selbstbewusst und sei von deinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Qualifikationen überzeugt.


Unterschrift

Wie beim Anschreiben und Lebenslauf musst du auch dein Motivationsschreiben unterzeichnen.


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