Anschreiben

Das Anschreiben bildet das Herzstück deiner Bewerbung, sei also besonders aufmerksam und erstelle jedes Anschreiben individuell. Mach dem Personaler klar, dass du der richtige Bewerber für den Job bist und zeige ihm deine Qualifikationen sowie Stärken auf. Du glaubst gar nicht, was für Anschreiben bei dem Personaler auf dem Schreibtisch landen. Angefangen von den typischen Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich..“ bis hin zu geheuchelter Begeisterung und frommen Lügen. Erfahrene Personaler brauchen für eine Durchsicht deiner Bewerbung nur wenige Sekunden, um zu entscheiden, ob du es mit deiner Bewerbung ernst meinst oder nicht.

Um Fehler in deinem Anschreiben zu vermeiden und dich in deinem Bewerbungsprozess zu unterstützen, haben wir dir hier viele Tipps und Tricks zusammengestellt. Somit wird dein Anschreiben nicht nur individuell, sondern auch einzigartig. In den vorherigen Abschnitten haben wir dir Informationen zur Vorbereitung und zur DIN-Norm 5008 vorgestellt, die wir nun für das Anschreiben nutzen.


Länge deines Anschreibens

Dein Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Optimal sind sechs bzw. acht bis maximal zehn Sätze. Denn die Zeit des Personaler, Chefs oder Ausbilders, ist meistens knapp bemessen. Langweile ihn also nicht mit endlosen Texten von zwei oder mehr Seiten.

Bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen geht nichts über eine klare Struktur. Dabei steht die Lesbarkeit für den Personaler an oberster Stelle, die du vor allem durch Leerzeilen und Einteilung in Sinnabschnitte erreichst. Als grobe Struktur kannst du dein Anschreiben in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss gliedern.

Ein Absatz sollte bestenfalls nicht über sieben Zeilen hinausgehen, wobei die absolute Schmerzgrenze für die meisten Personaler bei neun Zeilen liegt.


Betreff in deinem Anschreiben

Die Betreffzeile ist ein wesentlicher Bestandteil deines Anschreibens, der als einziger „fett“ formatiert wird. Dabei solltest du in deinem Betreff folgende Fragen beantworten:

Optional kannst du auch weitere Fakten, wie den Beginn und die Quelle, in deinen Betreff integrieren. Die Betreffzeile dient dem Personaler zur schnellen Übersicht und der richtigen Einordnung.

In manchen Stellenangeboten findest du auch eine Referenznummer, die du ebenfalls in deinen Betreff hinzufügen kannst. Diese wird häufig in der zweiten Zeile platziert.


Die Anrede in deinem Anschreiben

In den meisten Anzeigen findest du bereits konkrete Angaben zum Personaler, dem du deine Bewerbung zuschicken kannst. Falls dies nicht der Fall ist, schaue auf der Unternehmenshomepage nach oder ruf am besten in der Zentrale an, um dich nach dem Ansprechpartner zu erkundigen. Lass dir am Telefon den Namen vorsichtshalber buchstabieren, so bist du auf der sicheren Seite und kannst diesen fehlerfrei in dein Anschreiben übertragen. Denn wenn du schon bei der richtigen Schreibweise des Nachnamens des Personaler versagst, hast du wenige Chancen eine Einladung zum Einstellungstest oder zum Vorstellungsgespräch zu bekommen.

Wenn jeder Versuch vergebens war, den Namen des Ansprechpartners zu recherchieren, erst dann verwendest du die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“.


Einleitung

Um beim Personaler kein Gähnen, sondern Interesse für deine Bewerbung zu wecken, solltest du von den Standard-Formulierungen wie

die Finger lassen. Bring lieber deine eigenen Ideen ein! Stell dir vor, du musst 10mal, 50mal oder 100mal den gleichen Einleitungssatz lesen. Klar, dass der Personaler irgendwann gelangweilt oder verärgert ist. Eine gute Einleitung sollte Interesse bei dem Personaler wecken und ihn dazu bewegen, sich auch den Rest deines Anschreibens durchzulesen.

Hast du bereits mit dem Personaler ein Telefongespräch geführt? Dann schreibe es mit in die Einleitung und bedanke dich dafür. Zudem solltest du folgende Angaben in deine Einleitung integrieren:

Weiterhin solltest du in deiner Einleitung Verbindungspunkte zwischen deiner Persönlichkeit und dem Unternehmen herstellen, die du in max. ein bis zwei Sätze darstellst:


Hauptteil

Nun kommen wir zum eigentlichen Kern deines Anschreibens, denn im Hauptteil stellst du dich, deine Fähigkeiten und Stärken vor. Nutze hierzu die Notizen, die du im Vorfeld während deiner Vorbereitung erstellt hast. Deine Hauptaufgabe ist es, den Personaler davon zu überzeugen, dass du der richtige Bewerber für das Angebot bist.

Ganz nach dem Sprichwort „Ehrlichkeit währt am längsten“ solltest du dein ehrliches Interesse am Beruf und am Unternehmen darstellen. Überzeuge mit deinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Stärken, die du zum Beispiel durch absolvierte Praktika, Nebenjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Hobbys erlangt hast. Verknüpfe diese Informationen mit den im Angebot beschriebenen Erwartungen des Unternehmens.

Folgende Fragen sollen dir bei der Formulierung deines Hauptteils helfen:

Achte darauf, dass du nur die Qualifikationen und Stationen in deinem Leben näher beschreibst, die den Personaler wirklich interessieren könnten. Bandwurmsätze oder zu weitschweifige Formulierungen kommen beim Personaler nicht besonders gut an. Trenne die wichtigen Fakten von den unwichtigen. Alle anderen Qualifikationen kannst du in deinem Lebenslauf darstellen, da bei diesem Dokument keine Vorgaben zu einer bestimmten Seitenanzahl bestehen.

Bei einer Bewerbung für einen Job und bei einer Initiativbewerbung gehören außerdem folgende Angaben zum Ende deines Anschreibens:


Schluss

Zu guter Letzt formulierst du eine Grußformel, die den Personaler zum Handeln auffordern soll. Vermeide Wörter wie „würde“, „hätte“ und „könnte“, denn sie signalisieren Unsicherheit. Trete selbstbewusst auf und sei von deinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Stärken überzeugt.


Grußformel und Unterschrift

Die Grußformel haben wir dir bereits in der DIN-Norm 5008 vorgestellt, daher gehen wir hier insbesondere auf die Unterschrift ein.

Bei einer Postbewerbung stellt die Unterschrift in deinem Anschreiben ein nicht allzu großes Problem dar, denn du druckst das Anschreiben aus und unterzeichnest. Da die Online-Bewerbung digital versendet wird, stellt sich die Frage nach der richtigen Integration der Unterschrift. Doch keine Angst, auch hierfür gibt es eine einfache Lösung. Unterschreibe auf einem weißen Blatt Papier und scanne deine Unterschrift ein. Anschließend wird dir deine Unterschrift auf dem PC angezeigt, sodass du sie mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen (wie z.B. „Paint“) herausschneiden kannst. Als nächstes fügst du deine Unterschrift einfach als Grafik in dein Anschreiben ein.


Anlagen

Mittlerweile reicht schlicht das Wort „Anlagen“ als Hinweis, dass weitere Dokumente zur Bewerbung „anliegen“.


Hesse/Schrader

In Kooperation mit Hesse/Schrader – Büro für Berufsstrategie www.berufsstrategie.de


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