Wie werde ich Werkfeuerwehrmann / Werkfeuerwehrfrau?

Die Serie „Feuerwehrmann Sam“ war für dich als Kind das absolute Highlight der Woche? Du träumst auch heute noch von einem Berufsalltag in Uniform? Du brennst für die Feuerwehr und willst Menschen in Gefahrensituationen helfen? Dann lies weiter und erfahre alles über die Ausbildung „Werkfeuerwehrmann“.
Viele Großbetriebe der Metall-, Chemie- und Elektroindustrie, Kraftwerke sowie Flughäfen verfügen über eigene, staatlich anerkannte Werkfeuerwehren. Diese sind nicht zu verwechseln mit Betriebsfeuerwehren, die nicht offiziell anerkannt sind.
Werkfeuerwehrmänner bekämpfen Brände, leisten technische Hilfe bei Unfällen und anderen Gefahrensituationen und übernehmen außerdem die Erstversorgung von Unfallopfern. Für diese Ausbildung sollte man vor allem stressresistent sein, um in Extremsituationen sinnvolle Entscheidungen treffen zu können. Darüber hinaus sind für Mädels und Jungs folgende Eigenschaften besonders nützlich:

  • technisches und handwerkliches Geschick
  • Hilfsbereitschaft
  • gute Noten in Werken, Physik und Chemie
  • psychische Belastbarkeit
  • körperliche Fitness

Wichtig: Als Teil der Werkfeuerwehr gehst du tagsüber zumeist anderen Aufgaben nach, beispielsweise Produktionstätigkeiten. Im Einsatzfall wirst du alarmiert und bist dann von deiner Aufgabe freigestellt. Die Bereitschaft zum Schichtdienst sowie der generelle Bereitschaftsdienst, das heißt bei Notfällen auch von zuhause zum Einsatz ins Unternehmen zu kommen, sollte für dich also kein Problem darstellen.

Du weißt nicht, ob eine Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann das Richtige ist? Finde dies mit unserem kostenfreien Berufs-Check heraus.

Schulische Voraussetzungen

Rein rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben, aber die meisten Betriebe stellen Auszubildende mit Realschulabschluss ein. Auch mit einem guten Hauptschulabschluss hast du große Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Wichtig: Neben den schulischen Voraussetzungen gibt es noch ein paar spezielle Voraussetzungen, unter anderem den Nachweis über die körperliche Fitness, das Mindestalter von 16,5 Jahren sowie ein polizeiliches Führungszeugnis.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Lehrdauer

3 Jahr(e)

Lehrlingsgehalt

Ø 1097 EUR

Was macht ein Werkfeuerwehrmann / Werkfeuerwehrfrau?

Deine Aufgaben auf einen Blick


  • Immer im Einsatz: Brandbekämpfung, vorbeugende Maßnahmen, Notfallsituationen – dein Aufgabengebiet ist riesig. Wenn der Melder piept, bist du sofort zur Stelle.
  • Technische Hilfe leisten: Unfälle mit Fahrzeugen, Überschwemmungen oder Explosionen erfordern den Einsatz von bestimmten Gerätschaften und Material. Technische Hilfeleistungen gehören zu deinem Aufgabenbereich.
  • Medizinische Versorgung: Die Ausbildung zum Rettungssanitäter ist Teil der Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann. In medizinischen Notfallsituationen fackelst du nicht lange und bist der Retter in der Not.

Deine Aufgaben im Detail

Immer im Einsatz

Der Melder fängt an zu piepen und du springst von deiner Arbeit in der Produktion eines Holzbetriebes auf. Schnell läufst du zur Werkfeuerwehr, wechselst in deine Schutzausrüstung, setzt deinen Helm auf und los geht’s mit dem HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) zur Einsatzstelle. Vor Ort bewertest du zuerst die Lage: Eine Palette mit Altholz hat Feuer gefangen, das Feuer droht auf die Lagerhalle daneben überzugreifen. Sofort sichern zwei deiner Kameraden die Einsatzstelle und sorgen dafür, dass deine weiteren Arbeitskollegen nicht in Gefahr geraten. Währenddessen sprichst du dich mit deinen Teammitgliedern von der Werkfeuerwehr zum Vorgehen ab, ihr rollt die Schläuche ab und beginnt sofort mit dem Löschen des Holzstapels. Der Brand ist zwar schnell gelöscht, aber du behältst die Einsatzstelle im Blick, weil du weißt, wie schnell ein Brand auch wieder entfacht werden kann. Gut, dass es dieses Mal ein recht kleines Feuer war, denkst du. Du hast schon von chemischen Betrieben gehört, bei denen ganze Lagerhallen abgebrannt sind und sogenannte ABC-Einsätze, also Einsätze für atomare, biologische und chemische Gefahren, mit besonderer Schutzausrüstung gefahren wurden. Bei diesen Einsätzen herrscht meist erhöhte Brand- und Explosionsgefahr, was sie besonders gefährlich macht.

Du bist immer voller Adrenalin und suchst auch in deinem Beruf den Nervenkitzel? Dann schau mal in unseren Themenwelten „Berufe für Adrenalinjunkies“ und „Gefährliche Berufe“ vorbei!

Technische Hilfe leisten

Ein Lastkraftwagen ist in einer Kurve auf dem Firmengelände umgekippt und hat seine Ladung aus Baumstämmen auf der Fahrbahn verteilt. Die Kameraden der Werkfeuerwehr und du sind gefragt. Ihr fahrt zum Einsatzort und macht euch an die technische Hilfeleistung. Da das Fahrzeug die Fahrbahn nicht komplett blockiert, ist der normale Betriebsablauf weiterhin gegeben. Ein Werkfeuerwehrmann aus deinem Team sperrt den Einsatzort ab, damit alle arbeiten können. Nach kurzer Beurteilung der Situation weißt du: Der Fahrer braucht Hilfe, um aus seinem Fahrerhaus zu kommen. Mit der Rettungsschere, bestehend aus Hydraulik-Spreizer und Hydraulik-Schere, könnt ihr ihn befreien. Der Fahrer steht unter Schock, hat neben ein paar Kratzern aber keine größeren Verletzungen. Das ist also noch einmal gut gegangen. Zur Beobachtung wird er ins nächste Krankenhaus gebracht. Nach der Personenrettung geht ihr die Bergung des Lasters an. Dabei achtest du darauf, dass auslaufende Flüssigkeiten direkt gebunden werden und keine weitere Gefahr darstellen. Außerdem unterstützt du bei der Sicherung der Ladung. Die Baumstämme sind größtenteils heil geblieben und können weiterverwendet werden.

Du wünschst dir einen Beruf, der nicht nur krisensicher ist, sondern auch für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung? In unserer Themenwelt „Systemrelevante Berufe“ findest du genau solche Ausbildungsberufe.

Medizinische Versorgung

Eine Kollegin aus der Produktion hat sich an einer überhitzten Maschine die Hand verbrannt. Du erkennst sofort die Verbrennungen zweiten Grades und kühlst die Haut der Frau mit fließendem, kaltem Wasser. Im Anschluss deckst du die Wunde steril mit einer Wundauflage ab. Da deine Kollegin leicht blass ist, ruft eine weitere Kollegin sofort den Notarzt, der nach dir die medizinische Versorgung übernimmt. Durch deine Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann hast du gleichzeitig eine Ausbildung als Rettungssanitäter erhalten. Bei Unfällen auf dem Werksgelände bist du also der erste Ansprechpartner und musst unter Umständen lebensrettende Maßnahmen ergreifen. Du erkennst Notfallsituationen auf den ersten Blick und kannst alle relevanten Untersuchungen bei deinen Kollegen durchführen, um sie danach entsprechend zu versorgen.

Du hast eine soziale Ader und möchtest Menschen in den ungewöhnlichsten Situationen helfen? Dann schau mal in unseren sozialen Berufen nach! Dort wirst du sicherlich fündig.

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Gut zu wissen...
  • Den Ausbildungsberuf Werkfeuerwehrmann gibt es erst seit 2009.
  • In ganz Deutschland gibt es rund 770 Werkfeuerwehren.
  • Den größten Tank hat ein Löschfahrzeug des Istanbuler Flughafens. Stolze 40.000 Liter Wasser sowie 5.000 Liter Schaummittel passen in das Tanksystem des Fahrzeugs.

Inhalte der Lehre

Die duale Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau bzw. zum Werkfeuerwehrmann dauert drei Jahre und findet sowohl in deinem Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt. Es kann auch zu bundesländerübergreifenden Berufsschulklassen kommen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Dein Ausbildungsbetrieb gehört zur Industrie. Je nachdem, in welcher Branche du angestellt bist, lernst du neben den berufsspezifischen Kenntnissen zur Werkfeuerwehr auch handwerkliches Arbeiten. Du stellst Werkstücke her, überprüfst deren Funktion und dokumentierst sämtliche Arbeitsschritte. Darüber hinaus kennst du potenzielle Gefahrensituationen im Unternehmen und achtest darauf, sämtliche Sicherheitsregeln, Unfallverhütungsvorschriften sowie Umweltschutzbestimmungen einzuhalten.

Schulische Ausbildungsinhalte

Dein theoretischer Hintergrund als Werkfeuerwehrmann ist äußerst vielfältig. In den ersten Ausbildungsmonaten lernst du die rechtlichen Grundlagen des Feuerwehrdienstes sowie alle Anforderungen an den Beruf kennen. Außerdem erhältst du tiefgreifende Kenntnisse über Löschmittel, Löschverfahren sowie Einsatzsituationen. Du kennst die Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr bis ins kleinste Detail und weißt, wie man diese benutzt, wartet und repariert. Dazu gehören auch die Atemschutzgeräte, die bei fast allen Einsätzen gebraucht werden. Das Sichern und Retten, der Einsatz von ABC-Gefahrstoffen und alle Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz sind Teil deines Lehrplans.

Ablauf der Lehre

Die Abschlussprüfung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum: In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der Abschlussprüfung statt, der mit 40 Prozent gewichtet wird. Dieser bezieht sich auf das handwerkliche Arbeiten in folgenden Bereichen:

  • elektrotechnische Arbeiten
  • metall-, sanitär-, heizungs- und klimatechnische Arbeiten
  • Holzbauarbeiten
Der zweite Teil der Abschlussprüfung findet nach dem dritten Lehrjahr statt, wird mit 60 Prozent in der Abschlussnote gewichtet und umfasst folgende Aufgabenbereiche:
  • Brandbekämpfung und Menschenrettung
  • Technische Hilfeleistung und ABC-Einsatz
  • Grundlagen und Techniken der Gefahrenabwehr
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung bei der Werkfeuerwehr findet zeitgleich in deinem Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Falls dich das relativ hohe Gefahrenpotenzial bei Einsätzen in der Industrie eher abschreckt, hast du ebenso die Möglichkeit, dich zum Brandmeisteranwärter oder zum Feuerwehrmann ausbilden zu lassen.

Hilfreiche Fähigkeiten
  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken

Wie gut passt der Beruf Werkfeuerwehrmann / Werkfeuerwehrfrau zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Werkfeuerwehrmann / Werkfeuerwehrfrau genau der richtige für dich.
Wenn du kein Blut sehen kannst, könnten andere Berufe besser zu dir passen.
Werkfeuerwehrmann / Werkfeuerwehrfrau-Quiz
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