Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin Lehre & Beruf

Werkstoffprüfer arbeiten im Labor Werkstoffprüfer arbeiten im Labor Werkstoffprüfer arbeiten im Labor

Bildungsweg:

Duale Ausbildung

Schul­abschluss:

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungs­dauer:

3,5 Jahre


Deine Stärken

  • Gewissenhaft und ausdauernd arbeiten
  • Handwerklich arbeiten
  • Technische Zusammenhänge verstehen

Ausbildungs- und Einstiegs­gehalt

1. Jahr 920 €
2. Jahr 960 €
3. Jahr 990 €
4. Jahr 1 080 €
Einstieg 3 097 €

Infos zum Beruf

Was macht ein Werkstoffprüfer?

Drum prüfe, was sich ewig bindet – Diese Redewendung verwendet man eigentlich dazu, um einem angehenden Ehepaar einen letzten Rat auf den Weg zu geben, aber sie trifft genauso gut auf die Arbeit eines Werkstoffprüfers zu! Wenn Werkstoffe durch Fügeverfahren, wie zum Beispiel Schweißen, miteinander verbunden werden, entsteht eine sogenannte Verbindungszone, in diesem Fall eine Schweißnaht, die auf ihre Festigkeit und Härte geprüft werden muss, bevor das Element weiterverarbeitet werden kann.

Schritt 1: Werkstoffproben präparieren

In deinem Betrieb wird Metall zu sogenannten Halbzeugen, also Werkstücken, die später weiterverarbeitet werden, gefertigt. Das sind zum Beispiel Rohre, Platten, Bleche und Profile, die später einmal zu großen Produktionsanlagen verbaut werden, die für die Anfertigung eines Rohrnetzes zur Wasserversorgung eingesetzt werden oder im Fahrzeugbau zum Einsatz kommen. Bevor sie aber freigegeben werden und deinen Betrieb verlassen, müssen sie verschiedene physikalische und chemische Prüfverfahren bestehen.

Weil die gefertigte Metallplatte viel zu groß wäre, um zum Beispiel bei einem Zugversuch die Belastungsfähigkeit des Metalls zu testen, musst du sie auf die entsprechende Größe bringen und zum Beispiel an der Schleifmaschine bearbeiten. Bei den zerstörungsfreien Prüfverfahren werden die bereits hergestellten Produkte ohne Veränderung geprüft und können, wenn sie die Tests bestehen, anschließend in dieser Form weiterverarbeitet werden.

Schritt 2: Das Prüfverfahren

Nun wird es ernst. Nachdem du die Tabellen mit den Normwerten der Werkstoffe, zum Beispiel die zulässige Dichte und die Mindestzugfestigkeit des Materials, studiert hast, kann es mit den eigentlichen Tests losgehen. Dazu durchläuft das Material verschiedene Stationen, zum Beispiel das Brandlabor, das Chemielabor und die Metallografie. In der Metallografie erstellst du unter dem Mikroskop ein Schliffbild des Werkstücks, auf dem du unter anderem die Porosität überprüfen kannst. Das unter dem Lichtmikroskop entstandene Bild stellt den Gefügeaufbau, also die Mikrostruktur des Metalls dar. Du wirst sehen, dass es aus ganz vielen kleinen Kristalliten oder Körnern besteht.

Schritt 3: Analyse und Dokumentation

Es lassen sich aus deinen Tests und Prüfungen nun verschiedenen Aussagen ableiten. Zum Beispiel kann man aufgrund der Anordnung der Kristallite im Metall Aussagen über technologische Eigenschaften wie Festigkeit, Härte und Zähigkeit treffen und daraus entsprechend ableiten, ob das Metall zum Beispiel mittels Wärmebehandlungsverfahren nachbearbeitet werden müsste, um eine bestimmte Festigkeit zu erreichen. Die Schliffbilder, die du unter dem Mikroskop gesehen hast, werden nicht nur von dir fotografisch, sondern auch schriftlich dokumentiert. Die präzise Erfassung der Prüfergebnisse, die Beurteilung ihrer Plausibilität und eine Einschätzung der Ursachen ist ein wichtiger Schritt deiner Arbeit. Wenn beispielsweise mehrere Proben Fehler im Gefügeaufbau aufweisen, weist das auf einen Fehler in der Produktion hin. Es ist nun deine Aufgabe, herauszufinden, in welchen Fertigungsschritt eingegriffen werden muss, um zukünftige Fehler zu vermeiden. Du hast damit eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.

Voraussetzungen

Wie werde ich Werkstoffprüfer?

Werkstoffprüfer prüfen Werkstoffe – grundsätzlich ist das richtig, doch der Beruf ist viel vielseitiger, als sich das vielleicht erstmal anhören mag. Bevor es also für dich darum geht, Werkstoffe auf ihre Eigenschaften hin zu prüfen, solltest du erstmal prüfen, ob dieser Beruf wirklich das Richtige für dich ist:

  • Spaß an Physik und Chemie
  • Handwerkliches Geschick
  • Sorgfältig und selbstständiges Arbeiten
  • Lust darauf, in einem Team gemeinsam Ergebnisse zu erzielen
  • Einen mittleren Schulabschluss, das Fachabitur oder Abitur

Solltest du die meisten der Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, steht zwischen dir und der Ausbildung zum Werkstoffprüfer nur noch die Bewerbung! Oder bist du dir doch noch nicht so sicher,  welcher Beruf dein Traumberuf ist? Dann mach den Berufs-Check.

Ablauf und Inhalte

Ablauf der Lehre

Die duale Ausbildung zum Werkstoffprüfer dauert dreieinhalb Jahre und wird in insgesamt vier Fachrichtungen angeboten:

  • Metalltechnik
  • Kunststofftechnik
  • Wärmebehandlungstechnik
  • Systemtechnik

Wie viel verdient man in der Lehre als Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin?

Während der Lehre als Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin kannst du mit folgenden Lehrlingsentschädigungen rechnen:

  • 1. Lehrjahr: 920 Euro
  • 2. Lehrjahr: 960 Euro
  • 3. Lehrjahr: 990 Euro
  • 4. Lehrjahr: 1 080 Euro

Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin Gehaltsseite.

Fachrichtungen

Welche Fachrichtungen gibt es?

Werkstoffprüfer der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik arbeiten in Betrieben, in denen unter Zufuhr von Wärme Werkstoffe bearbeitet werden. Sie sind dort für die Qualität der Werkstoffe, insbesondere die Einhaltung der vorgeschriebenen Normen und Richtwerte zuständig.

Werkstoffprüfer der Fachrichtung Metalltechnik bereiten physikalisch-technische Versuchsreihen zur Freigabe von metallischen Werkstoffen vor, zum Beispiel in der Automobilindustrie, in Stahlwerken oder in der Luftfahrt.

Werkstoffprüfer der Fachrichtung Kunststofftechnik beschäftigen sich vorrangig mit Produkten und Bauteilen aus Kunststoff, die sie auf ihre Eigenschaften prüfen und eventuelle Schäden und Fehler aufspüren.

Werkstoffprüfer der Fachrichtung Systemtechnik führen Prüfeinsätze von einzelnen Komponenten in technischen Systemen wie Produktionsanlagen durch.

Karriere

Wie viel verdient man als Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin?

Als Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin kannst du nach deiner Lehre mit einem Einstiegsgehalt von 3 097 EUR rechnen.

Du möchtest gerne mehr erfahren?

Hier geht es zur Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin Gehaltsseite.

Bewerbung

Bewerbung Werkstoffprüfer

Im Arbeitsalltag des Werkstoffprüfers ist es deine Aufgabe, so pingelig zu sein wie möglich. Du trägst eine große Verantwortung, wenn du bestimmte Werkstoffe, die zum Beispiel zum Bau von Autos oder Flugzeugteilen verwendet werden, freigibst.

Diese Präzision und Sorgfalt solltest du natürlich auch bei der Anfertigung deiner Bewerbungsunterlagen an den Tag legen. Du kannst dir vorstellen, dass die Personalabteilung ganz genau hinsehen wird, ob du dich an das standardisierte Format gehalten hast, und ob du deine Bewerbung mehrere Male Korrektur gelesen hast, um möglichst alle Rechtschreib- und Tippfehler auszubessern.

Auch zur Auswahl deiner Argumente solltest du dir genügend Zeit nehmen und sie gut überdenken. Überlege dir: Welche Eigenschaften zeichnen einen guten Werkstoffprüfer aus? Schaue nochmal nach, welche Voraussetzungen das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, an seine Azubis stellt. Und dann überlege dir gut, welche du davon erfüllst und wie du das belegen kannst. Wenn du bereits Stichpunkte über deine Praxiserfahrungen, deine Hobbies und Qualifikationen für deinen Lebenslauf gesammelt hast, kannst du nun aus diesen zwei oder drei Punkte herausgreifen. In deinem Anschreiben müssen sie nun argumentativ verpackt werden. So könntest du beispielsweise dein Praktikum in einem Handwerksbetrieb nennen, um zu argumentieren, dass du bereits mit den Werkstoffen Holz, Kunststoff und Glas in Berührung gekommen bist und dir das Bearbeiten der Werkstoffe dir liegt und Spaß gemacht hat. Weil man als Werkstoffprüfer auch viel mit physikalischen und chemischen Versuchen im Labor zu tun hat, solltest du unbedingt erwähnen, wenn du schonmal eine naturwissenschaftliche AG besucht oder an einem naturwissenschaftlichen Projekt mitgearbeitet hast.

Eines ist sicher: Du solltest unbedingt bei der Wahrheit bleiben und ein gutes Mittelmaß zwischen Überheblichkeit und Selbstunterschätzung finden. Im Vorstellungsgespräch wird dich das Unternehmen nochmal persönlich auf den Prüfstand stellen, bevor du dann selbst Prüfverfahren an Werkstoffen durchführen darfst.

Zum Bewerbungsratgeber

Wie gut passt der Beruf Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin zu dir?

Der Beruf Werkstoffprüfer / Werkstoffprüferin passt weniger zu dir, wenn ...

  • ... du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest

Deine AUBI-plus Jobmail

Lass deinen Bot für dich suchen! Lege deine Suchkriterien fest und lehn dich zurück. Du bekommst aktuelle Stellen für deinen Traumberuf direkt per Mail zugeschickt.

Suchbot erstellen

Diese Berufe könnten dir auch gefallen

Chemielaborant / Chemielaborantin

0 freie Lehrstellen Chemielaborant bei der Arbeit.

Bildungsweg: Duale Lehre

Schulabschluss: Realschulabschluss

Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre

Einstiegsgehalt als Fachkraft: ab 3 364,00 €

Chemikant / Chemikantin

0 freie Lehrstellen Chemikant bei der Arbeit.

Bildungsweg: Duale Lehre

Schulabschluss: Realschulabschluss

Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre

Einstiegsgehalt als Fachkraft: ab 3 250,00 €

Baustoffprüfer / Baustoffprüferin

0 freie Lehrstellen Baustoffprüfer bei der Arbeit

Bildungsweg: Duale Lehre

Schulabschluss: Hauptschulabschluss nach Klasse 10

Dauer der Ausbildung: 3 Jahre

Einstiegsgehalt als Fachkraft: ab 3 058,00 €

Du möchtest mehr Berufe kennenlernen?

Diese Themen könnten dich auch interessieren

MINT-Berufe

13 freie Lehrstellen MINT-Berufe sind anspruchsvoll und abwechslungsreich.

Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: An der Zukunft mitarbeiten und Innovationen gestalten.

Berufe im Labor

0 freie Lehrstellen Forschung, Wissenschaft und Experimente - Berufe im Labor.

Forschung, Analyse, Innovation: In Berufen im Labor warten spannende Aufgaben in Wissenschaft und Technik.

Lehre in Österreich

770 freie Lehrstellen Deine Lehre in Österreich.

Von Innsbruck über Salzburg bis Wien: Eine Lehre in Österreich bietet steile Perspektiven.

Berufe mit Metall

24 freie Lehrstellen Berufe in der Metallbranche. Schleifen, Fertigen und Entwickeln.

Ausbildung in der Produktion, Entwicklung oder auf dem Bau: Berufe mit Metall bieten vielseitige Möglichkeiten.

Technische Lehrberufe

96 freie Lehrstellen In nahezu jedem Unternehmen findest du technische Berufe.

Berufe mit Chemie

0 freie Lehrstellen Gute Schutzausrüstung ist bei der Arbeit mit Chemie dringend notwendig.

Proben analysieren und chemische Substanzen herstellen: Berufe mit Chemie bieten spannende Aufgaben in Forschung, Industrie und Labor.

Du möchtest mehr Themen kennenlernen?